Von MANFRED FUNKEN

BEDBURG/FRIMMERSDORF. Die Stufen sind fein säuberlich angelegt und mit einem Geländer versehen. Auf der leichten Erhebung ganz im Norden der Kasterer Höhe stehen ein Wegekreuz und eine Sitzbank. Von hier aus hat man einen schönen Blick über das flache Rekultivierungsgebiet, auf Felder, auf den Modellfluglatz im Westen und, wenn man sich ein wenig durch das Gestrüpp traut, auf die Kraftwerke Frimmersdorf und Neurath im Osten.

"Kaster liegt im Süden, jetzt haben wir die Orientierung wieder", sagt Hubert Wassenberg, CDU-Politiker und Vorsitzender des SC Kaster-Königshoven. "Wir befinden uns auf dem Heidberg", klärt er auf, "im alten Flurstück ,Auf der Heide'. Hier führte früher der Fußweg von Kaster nach Frimmersdorf entlang." Mit "früher" meint er die Zeit, als es Morken-Harff und andere Umsiedlungsorte noch gab.

Leicht ist es nicht, sich nach einer Fahrt von Königshoven aus über die Felder Richtung Frimmersdorf zurechtzufinden. Die Stimme im Navigationsgerät hat ihre "Bitte-wenden"-Ratschläge längst eingestellt. Anhaltspunkte bieten nur noch ein paar Findlinge, ein paar Schilder für Radfahrer. Ach ja, und das Wegekreuz auf der Kasterer Höhe, das die Roten Husaren der Schützenbruderschaft Morken-Harff pflegen. Aber das zeigt ja auch nur, dass an dieser einsamen Ecke ab und zu mal jemand nach dem Rechten schaut.

"Die meisten Kasterer und Königshovener werden noch nicht hier gewesen sein", vermutet Hubert Wassenberg. "Das ist wie im Urlaub. Wenn man die Einheimischen fragt, kennen die manchen Tipp aus dem Reiseführer auch nicht."

Eigentlich wollte Wassenberg ja hier oben ganz etwas anderes zeigen: den Heidberg und seine liebevolle Gestaltung. Und die ist den Männern von der sogenannten "Baugruppe" zu verdanken, jenen Rentnern, die überall da ehrenamtlich einspringen, wo es die öffentliche Hand nicht mehr leisten kann. So hält die Baugruppe unter anderem den Sportplatz in Kaster in Ordnung und kümmert sich um die alte Epprather Marienkapelle.

Seit zwei Jahren haben Wilhelm Hahn, Heinz Hoffmann und Heinrich Robels zusammen mit Ideengeber Gerd Wieland an der Gestaltung des Heidbergs gearbeitet. Ein Kreuz aus Eichenholz haben sie gezimmert und dann auf der Anhöhe errichtet als Erinnerung an die Zeit vor der Umsiedlung.

Die Bank gab es dort schon, aber sie war marode. Also begaben sich die Männer von der Baugruppe, wann immer es ihre Zeit erlaubte, daran, die Sitzgelegenheit zu sanieren. Schließlich machten sie die letzten Meter zum beschaulichen Ort noch mit Stufen und Geländer bequem und sicher.

 

Quelle: 09.08.2012, Kölnische Rundschau